Flüchtlingshilfe

Flüchtlingshilfe: Zeichen christlicher Nächstenliebe setzen

Der Strom der Menschen, die vor Krieg und Verfolgung aus ihren Heimatländern geflohen sind und nun in Deutschland Hilfe suchen, reißt nicht ab. Erzbischof Hans-Josef Becker wendet sich daher mit einem Brief an die Kirchengemeinden im Erzbistum Paderborn: Er bittet darum, zu überprüfen, wo gemeindeeigener Wohnraum bereitgestellt werden könne, um so Land und Kommunen bei der Unterbringung der Flüchtlinge zu entlasten.      

„Jeder Mensch hat das uneingeschränkte Recht auf eine menschenwürdige Behandlung“, stellt Erzbischof Hans-Josef Becker zu Beginn seines Briefes fest. Er sei dankbar, dass viele Ehrenamtliche im Erzbistum Paderborn den Flüchtlingen ihre Hilfe anbieten und durch eine Haltung des Willkommens ein deutliches Zeichen christlicher Nächstenliebe setzen würden. „Für diesen tatkräftigen Einsatz und für dieses Zeugnis des christlichen Glaubens sage ich herzlichen Dank“, so Erzbischof Becker.  

Doch trotz aller bisher vorhandenen Anstrengungen in punkto Flüchtlingshilfe würden die Notlagen und Engpässe, insbesondere bei der Unterbringung der vielen Menschen, die Hilfe suchen, immer drängender. Die Landesregierung habe die Kirchen um Hilfe gebeten, schreibt Erzbischof Hans-Josef Becker an die Kirchengemeinden: „Deshalb wende ich mich heute mit der dringenden Bitte an Sie, ernsthaft zu überprüfen, ob bei Ihnen vor Ort gemeindeeigener Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden kann.“  

Das Land suche vor allem größere Unterkünfte und freie Flächen, auf denen bei Bedarf Notunterkünfte angelegt werden könnten. Ob die Kirchengemeinden bei diesem Objektbedarf helfen könnten, wäre im Einzelfall zu prüfen, so Erzbischof Becker. „Die Kommunen suchen dagegen auch kleine Gebäude oder Wohnungen, um Flüchtlinge unterzubringen. Ich bitte Sie daher, in den Kirchengemeinden zu beraten, ob Ihre Gemeinde über Wohnungen verfügt, die Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden können. Oder ob andere vorhandene Immobilien für Wohnzwecke hergerichtet werden können. Oder ob sogar ein nicht mehr für die Pastoral benötigtes Kirchengebäude als Unterkunft benutzt werden kann.“ Es gebe im Erzbistum Paderborn bereits Beispiele, bei denen Pfarrheime erfolgreich in Wohnungen umgewandelt worden seien.  

Der Flüchtlingsfonds, der es Kirchengemeinden seit Herbst 2014 ermögliche, vor Ort unbürokratische Hilfe für Flüchtlinge zu leisten, sei ein Beispiel gelebter Nächstenliebe: Über 200 Förderanträge seien bereits beim Erzbistum Paderborn eingegangen, die anfangs zur Verfügung stehenden Mittel von einer Million seien jüngst noch einmal um weitere zwei Millionen aufgestockt worden. „Auch die Schaffung von Wohnraum in vorhandenen kirchengemeindlichen Immobilien werden wir auf Grundlage der einschlägigen Förderrichtlinien großzügig finanziell unterstützen. Denn es ist eine wichtige Geste der Solidarität, die wir den Menschen auf der Flucht damit entgegenbringen“, so Erzbischof Hans-Josef Becker am Ende seines Briefes.      

Kontakt und Info zur Bereitstellung von Wohnraum:  
Erzbischöfliches Generalvikariat, Hauptabteilung Finanzen, Florian Lüdeke, Tel.: 05251-125-1270, E-Mail: florian.luedeke@erzbistum-paderborn.de