Flüchtlingshilfe

Neues Angebot der Caritas-Konferenzen: Coaching für Flüchtlingshelfer

Neues Angebot der Caritas-Konferenzen: Coaching für Flüchtlingshelfer

Neu gewählt: Der Vorstand der Caritas-Konferenzen im Erzbistum Paderborn mit (von links) Domkapitular Dr. Thomas Witt (Vorsitzender Diözesan-Caritasverband), Elisabeth Adler (Menden), Sabine Bierhoff (Ense-Niederense), die verabschiedete Vorsitzende Margarete Klisch, Leonie Jedicke (Bad Arolsen), die neue Vorsitzende Helga Gotthard, Geschäftsführerin Annette Rieger, die neue stellvertretende Vorsitzende Brigitte Lutter, Renate Loeser (Delbrück), Elisabeth Garbes (Lübbecke), Anja Freundt (Siegen) und Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig.(Foto: cpd / Jonas)Paderborn, 14.September 2015 (cpd). Ein Coaching für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit richten die Caritas-Konferenzen (CKD) im Erzbistum Paderborn ein. „Viele Helfer kommen emotional an ihre Grenzen und brauchen Unterstützung", erklärte Annette Rieger, Geschäftsführerin des CKD-Diözesanverbandes. Einen entsprechenden Beschluss fasste der CKD-Diözesanrat bei seiner Herbsttagung am Wochenende. Demnach soll ein entsprechendes Coaching in sechs Regionen des Erzbistums angeboten werden. Finanziert wird das Coaching über den Flüchtlingsfonds des Erzbistums Paderborn.

Der CKD-Diözesanrat wählte zudem einen neuen Vorstand. Neue Vorsitzende ist Helga Gotthard aus Dortmund. Die 62-Jährige, die seit vier Jahren stellvertretenden Vorsitzende war, löst Margarete Klisch aus Dortmund ab, die dem Diözesanvorstand seit 1993 angehörte und seit 2003 dessen Vorsitzende war. Domkapitular Dr. Thomas Witt, Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes Paderborn, würdigte ihr jahrelanges Engagement und ehrte sie mit der Goldenen Caritasnadel. Neue stellvertretende Vorsitzende des CKD-Diözesanrates wurde Brigitte Lutter aus Arnsberg.

Im Rahmen der Caritas-Konferenzen im Erzbistum Paderborn engagieren sich rund 17.500 Ehrenamtliche in rund 800 Gruppen, viele davon in der Hilfe für Flüchtlinge. Vertreterinnen von Caritas-Konferenzen arbeiten vielerorts mit in „Runden Tischen" und anderen Koordinations-Arbeitsgruppen der Kommunen. „Dort, wo eine Flüchtlingsunterkunft ist, kümmern sich in der Regel die Mitarbeiterinnen der CKD darum, machen regelmäßig Besuche und schauen, wie und mit was geholfen werden kann", berichtet Annette Rieger vom Diözesanverband. „Insgesamt haben wir aber keinen vollständigen Überblick, was alles geschieht, weil sich ständig neue Aktivitäten auftun."

Konkrete Hilfe leisten die Caritas-Konferenzen bei der Versorgung von Flüchtlingen mit Kleidung, Hausrat, Spielzeug und Lebensmitteln. So werden „Erstversorger-Päckchen" mit Handtüchern, Bettwäsche, Waschzeug, Kissen und Unterwäsche gepackt und verteilt. Wichtige Anlaufstellen für Flüchtlinge sind Speise- und Kleiderkammern, die vielerorts von Caritas-Konferenzen unterhalten werden. „Dort erhalten sie neben Lebensmitteln, Kleidung und kleinerem Hausrat auch ein gutes Wort, ein offenes Ohr und konkrete Hilfe bei manchen Übersetzungsfragen", sagt Annette Rieger und berichtet von einer Ehrenamtlichen, die sich extra ein Wörterbuch in Kisuaheli angeschafft hat.

Ein weiteres zentrales Thema des CKD-Diözesanrates: der demografische Wandel, den die Caritas-Jahreskampagne unter dem Motto „Fülle dein Land mit Leben" thematisiert. Paderborns Landrat Manfred Müller zeigte sich dabei zuversichtlich, dass die aktuellen Flüchtlingsbewegungen bei einer gelingenden Integration einen positiven Effekt auf die demografische Entwicklung in Deutschland haben werden. Professor Dr. Wolfgang Riedel aus Flensburg erläuterte am Beispiel strukturschwacher Regionen Norddeutschlands, welche Eigendynamik lokale Schrumpfungsprozesse entwickeln können. Konkrete Ideen und Beispiele wie Caritas-Konferenzen vor Ort die Lebensqualität trotz schrumpfender Bevölkerung verbessern können, erklärte CKD-Referentin Petra Böing.