Sakramente

Grundinformationen zur kirchlichen Trauung

Sie möchten kirchlich heiraten?

 

Hier finden Sie einige Informationen zum katholischen Eheverständnis und der kirchlichen Eheschließung, sowie Hilfestellungen für die weitere Vorbereitung der Trauung.

Andreas Müller, www.pixelio.de

 Das Ehesakrament

Die Ehe unter Getauften ist nach katholischem Glauben ein Sakrament, ein wirksames Zeichen der Nähe Gottes. Das Brautpaar entscheidet sich mit seinem freien Willen, in Liebe und Treue den bereits begonnenen Lebensbund im künftigen Eheleben zu vertiefen. Es sagt in einem feierlichen Akt vor Gott und der Gemeinde öffentlich und vor Zeugen »Ja« zueinander und macht dies tagtäglich durch das Symbol  des Ringes, das Zeichen der dauerhaften Liebe, Bindung und Treue nach außen deutlich. Durch den Trausegen erhält das Paar die Zusage, das Gott  sie in seiner Treue verlässlich begleitet.

 

Die Trauung

In Deutschland geht jeder kirchlichen Trauung die standesamtliche Eheschließung voraus. Außerdem muss wenigstens ein Partner Mitglied der katholischen Kirche sein.

Für Ihre kirchliche Eheschließung benötigen Sie:

einen Taufschein (aktueller Auszug aus dem Taufbuch Ihrer Taufkirche) und

eine Bescheinigung über Ihre zivile Trauung (Diese muss bei der kirchlichen Trauung vorliegen).

Nichtkatholische Partner brauchen einen Ledigennachweis durch eine Aufenthaltsbescheinigung des

zuständigen Einwohnermeldeamtes.

 

Vereinbaren Sie frühzeitig mit Ihrem zuständigen Pfarrer (Pfarrer am Wohnort der Braut oder des Bräutigams) einen Termin zur Vorbesprechung Ihrer Trauung.

In einem Traugespräch wird der Geistliche mit Ihnen ein Formular ausfüllen, das die Daten aufnimmt, die später in das Ehebuch Ihrer Kirchengemeinde eingetragen werden. Darüber hinaus geht es bei diesem Gespräch vor allem um die Bedeutung der kirchlichen Trauung und der christlichen Ehe – was Ihnen selbst daran wichtig ist und was die Kirche unter dem Sakrament versteht, aber auch organisatorische Fragen nach der Gottesdienstgestaltung und ähnlichem haben dort ihren Raum.

 

Nicht immer sind beide Partner katholisch.

Gehört einer der Partner einer christlichen Konfession (Kirche) an, spricht man von einer konfessionsverschiedenen Ehe. Sofern ein Partner katholisch ist und der andere nicht getauft

ist, also einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft angehört, wird von einer religionsverschiedenen Ehe gesprochen. Ein konfessionsverschiedenes oder religionsverschiedenes Paar kann in einer katholischen Kirche heiraten. Wenn es nicht nach katholischem Ritus heiraten möchte, kann es mit bischöflicher Erlaubnis z.B. evangelisch oder nur standesamtlich heiraten. Den Antrag dafür stellt der zuständige katholische Pfarrer.

 

Bei einer konfessionsverschiedenen Ehe verspricht der katholische Partner, dass er seinem Glauben treu bleiben will und sich nach seinen Möglichkeiten für die katholische Taufe und Erziehung der Kinder einsetzt. Die „Ökumenische Trauung“ zwischen einem katholischen und einem evangelischen Christen hat zwei Formen: Sie kann in der katholischen Kirche mit Beteiligung des evangelischen Geistlichen oder in der evangelischen Kirche mit Beteiligung des katholischen Geistlichen erfolgen.

 

Bei religionsverschiedenen Partnern benötigt der katholische Partner für eine Eheschließung die Erlaubnis

der Kirche. Er verspricht, dass er seinem Glauben treu zu bleiben und sich nach seinen Möglichkeiten für die katholische Taufe und Erziehung der Kinder einsetzen will.

 

War ein Partner oder waren beide Partner schon einmal verheiratet, ist eine kirchliche Eheschließung zu Lebzeiten des je anderen geschiedenen Partners in der Regel nicht möglich.

In einem kirchlichen Verfahren kann jedoch überprüft werden, ob die erste Ehe im katholischen Verständnis tatsächlich gültig geschlossen wurde. Wird die erste Eheschließung durch ein Kirchengericht für ungültig erklärt*, steht sie einer kirchlichen Trauung nicht mehr im Wege. Ein solches Verfahren dauert ungefähr ein Jahr und ist mit nur ganz geringen Kosten verbunden.

 

Für Ehen von katholischen Christen mit aus der Kirche ausgetretenen Christen gelten dieselben

Regeln wie für konfessionsverschiedene Partner.

 

In der Regel heiraten katholische Christen in einer katholischen Kirche. Sie bildet den Mittelpunkt des  Lebens der Gemeinde, in der die neue Familie willkommen ist. Für eine Eheschließung im Ausland erstellt die Heimatdiözese.

 

Für eine kirchliche Trauungsfeier gibt es eine eigene liturgische Form, die oft ergänzt mit Gesängen, biblischen Texten und Gebeten für sich allein – ohne heilige Messe – mit einem Priester oder Diakon und zwei Trauzeugen voll gültig gefeiert werden kann.

Für Menschen, die immer wieder die heilige Messe mitfeiern, hat es einen tiefen Sinn, die Trauungsfeier auch mit einer Messfeier zu verbinden. Das Ehepaar wird das Leben miteinander teilen. Jesus hat das in Liebe vorgelebt. In der Messfeier schenkt er sich selbst in den Zeichen von Brot und Wein. In diesen Zeichen seiner Liebe und Gegenwart schenkt er auch den Ehepartnern die Kraft zu lieben. Selbst dort, wo das Paar an seine Grenzen kommt, gibt er Hoffnung und Mut, den Weg weiter zu gehen. Bei der Mitfeier der Sonntagsgottesdienste kann sich das Paar weiterhin die Kraft von Gott für das Alltagsleben schenken lassen.

Bei beiden Formen gibt es Möglichkeiten der Mitgestaltung für das Brautpaar.

 

Durch die vielen Vorbereitungen, die ein Hochzeitsfest im Hinblick auf den „äußeren Rahmen“ mit sich bringt, bleibt oft wenig Zeit für die „innere Vorbereitung“.

Wir möchten Sie deshalb an dieser Stelle auf einige Angebote der Ehevorbereitung hinweisen und sie ermutigen, sich auch bewusst Zeit für einander und die „innere Vorbereitung“ auf den Bund für´s Leben zu nehmen.

Wir laden Sie ein, sich im Rahmen eines Ehevorbereitungsseminars z.B. folgenden Fragen zu stellen,  gemeinsam nach Antworten zu suchen und sich mit anderen Paaren darüber auszutauschen.

-          Wie soll unser gemeinsamer Lebensweg aussehen?

-          Was schätze ich an meiner Partnerin/an meinem Partner?

-          Welche Rolle spielt der Glaube dabei?

-          Welchen Inhalt und Sinn hat das Eheversprechen, das wir einander im Gottesdienst geben?

-          Wie können und wollen wir unsere Partnerschaft gestalten? Wie gehen wir miteinander um?

Darüber hinaus gibt es umfangreichere Seminare in denen es um Kommunikation, Konfliktlösungen und partnerschaftlichen Umgang miteinander geht.

 

                                             Informationen hierzu erhalten Sie

im Dekanatsbüro Südsauerland                         oder der Katholischen Bildungsstätte Olpe

 

Friedrichstr. 4               57462 Olpe                        Friedrichstr. 4            57462 Olpe

Tel: 02761/ 5028                                                   Tel: 02761/9442200

Fax: 02761/ 835973                                               Fax: 02761/9422010

e-mail: sekretariat@dekanat-ssl.de                                  e-mail: info@kbs.olpe.de