Sakramente

Allgemeine Beschreibung der sieben Sakramente

In der katholischen Kirche gibt es sieben Sakramente: die Taufe, die Firmung, die Eucharistie, die Buße, die Krankensalbung, die Weihe und die Ehe. Diese sieben Sakramente stellen gleichsam „Knotenpunkte“ im Leben eines Christen dar; sie betreffen wichtige Erfahrungen und „Einschnitte“ menschlichen Lebens. So geben sie dem Glaubensleben der Christen Geburt und Wachstum, Heilung und Sendung. Durch die Sakramente der Taufe, der Firmung und der Eucharistie werden die Grundlagen des ganzen christlichen Lebens gelegt. Die Kirche, die die Sakramente spendet, ist selber „Sakrament“, ein bleibendes Zeichen und Werkzeug für die Zuwendung Gottes in der Welt.

Taufe

Die Taufe ist die Grundlage des ganzen christlichen Lebens und das “Eingangstor” zu allen anderen Sakramenten. Durch die Taufe werden Menschen zu “Töchtern und Söhnen Gottes” und in die Kirche aufgenommen. Bei der Taufe wird dem Täufling Wasser über den Kopf gegossen; dazu spricht der Taufspender die Worte: “N. (= Vorname des Täuflings), ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.”

Eltern, die ihr Kind taufen lassen möchten, wenden sich an das Pfarramt der Kir­chengemeinde, in der sie wohnen und erfahren dort wann der nächste Tauftermin ist. Zur Taufvorbereitung gehört ein Taufgespräch, das der zuständige Priester mit den Eltern führt. In manchen Gemeinden werden zusätzlich "Taufseminare" angeboten - Gesprächsabende zu Fragen rund um Ge­burt, Taufe und (religiöse) Kindererziehung. Jedes Kind soll einen Taufpaten oder eine Taufpatin erhalten. Wer das Patenamt übernimmt, muss selber katholischer Christ sein, muss gefirmt und mindestens 16 Jahre alt sein.

Herzlich lädt die Kirche auch erwachsene Menschen, die noch nicht getauft sind, ein, den katholischen Glauben und das Leben als Christin/Christ näher kennen zu lernen. Die Vorbereitung von Erwachsenen auf die Aufnahme in die Kirche nennt man Katechumenat. Er ist ein längerer Vorbereitungsweg, dessen Höhepunkt Taufe, Firmung und die erste Heilige Kommunion sind, die in einer gemeinsamen Feier gespendet werden (in der Regel zu Ostern).

Weitere Informationen, Linktipps und Material zum Thema insgesamt erhalten Sie in der Rubrik Taufe, Erstkommunion & Firmung.

Firmung

Das Sakrament der Firmung gehört (ähnlich wie ein Zwilling) ganz eng zum Sakrament der Taufe. In der Firmung wird die Taufe vollendet und bekräftigt. Die Firmung vermittelt gleichzeitig in besonderer Weise den Heiligen Geist, der am Pfingstfest den Aposteln geschenkt wurde. Er ermutigt, stärkt und beauftragt zu einem bewussten Leben als Christ in der Nachfolge Jesu.

Das Sakrament der Firmung wird in der Regel durch den Bischof oder einen seiner Weihbischöfe gespendet. Das äußere Zeichen der Firmung ist die Handauflegung, bei der der Bischof die Stirn des Firmlings in der Form eines Kreuzes mit Öl salbt. Dazu spricht der Bischof: "N. (Vorname des Firmlings), sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist." Der Gefirmte nimmt diese Gabe mit dem Wort "Amen" an.

Das Mindestalter für die Firmung liegt in Deutschland bei 12 Jahren. In vielen Gemeinden ist dieses Alter jedoch immer weiter nach oben verschoben worden; gefirmt werden dort Jugendliche mit 14, manchmal sogar erst mit 16 oder 17 Jahren. In den Gemeinden des Erzbistums Paderborn findet die Firmung in der Regel alle zwei Jahre statt. Jugendliche, die gefirmt werden möchten, melden sich in der Kirchengemeinde ihres Wohnortes. Dort erfahren sie, wann die nächste Firmung ist und in welcher Form die Firmvorbereitung geschieht.

Für erwachsene Katholiken, die noch nicht gefirmt sind, bietet das Erzbistum zwei zentrale Firmtermine am Samstag nach Pfingsten in Paderborn und am Montag nach dem 1. Advent in Dortmund an. Näheres erfahren Interessierte im Büro von Weihbischof Matthias König (Domplatz 18, 33098 Paderborn, ( 05251.125-1385, E-Mail: matthias.koenig@erzbistum-paderborn.de) oder im Referat Sakramentenpastoral des Erzbischöflichen Generalvikariates (Domplatz 3, 33098 Paderborn, 05251.125-1476, E-Mail: klemens.reith@erzbistum-paderborn.de).

Weitere Informationen, Linktipps und Material zum Thema insgesamt erhalten sie in der Rubrik Taufe, Erstkommunion & Firmung.

Eucharistie / Erstkommunion

Jesus hat vor seinem Leiden und Sterben mit seinen Jüngern ein letztes Mahl gehalten. Er hat dabei Brot und Wein genommen und es seinen Jüngern mit den Worten gereicht: „Dies ist mein Leib, dies ist mein Blut.“ Dann hat er hinzugefügt: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“.

Die hohe Bedeutung dieses Vorgangs wird dadurch hervorgehoben, dass im Neuen Testament vier Mal darüber berichtet wird. Wenn die Kirche Eucharistie feiert, hält sie nicht nur ein Gedächtnismahl, sondern Christus bleibt in ihr handelnd gegenwärtig. Das von der Kirche unter Danksagung (griechisch „eucharistia“) zum Gedächtnis des Herrn begangene Mahl ist die wichtigste Versammlung des Volkes Gottes.

Die Mahl- oder Eucharistiefeier ist immer mit einem Wortgottesdienst verbunden. Wenn Katholiken in diesem Gottesdienst das Abendmahl empfangen, sagen sie „Ich gehe zur Kommunion.“ Der am meisten verbreitete Name für die Eucharistie ist die Bezeichnung Messe oder Heilige Messe.

Die erste volle Mitfeier der Eucharistie, die erste Heilige Kommunion, ist nach Taufe und Firmung der dritte und letzte Schnitt der Eingliederung in Christus und seine Kirche. Bei der Eingliederung Erwachsener in die Kirche ist diese Reihenfolge noch erkennbar; bei den Kindern, die als Babys getauft worden sind, findet hierzulande die Erstkommunion bereits vor der Firmung statt.

Im Allgemeinen gehen Kinder bei uns in der dritten Klasse, also mit ca. neun Jahren zur Erstkommunion. In kleinen Gruppen bereiten sich die Mädchen und Jungen in ihren Gemeinden gemeinsam mit einem Gruppenleiter oder einer Gruppenleiterin auf den Tag der Erstkommunion vor. Am Weißen Sonntag (oder einem anderen Sonntag der Osterzeit) werden die Kinder dann in die Mahlgemeinschaft mit Jesus Christus und der Gemeinde aufgenommen.

Weitere Informationen, Linktipps und Material zum Thema insgesamt erhalten sie in der Rubrik Taufe, Erstkommunion & Firmung.

Buße

Buße ist die Haltung des Menschen, der sich von der Sünde ab- und Gott zuwendet. Schon im Alten Testament wurde Buße gepredigt. Die Buße ist ein ständiger Vorgang im Leben des Christen. Da er noch nicht am Ziel ist, sondern sich immer noch auf dem Weg befindet, ist er immer von neuem aufgerufen umzudenken.

Die Formen tätiger Buße sind so vielfältig wie das Leben selbst. So kann das Gebet ein Zeichen der Buße sein, aber auch das Lesen der Heiligen Schrift und vor allem das geduldige Ertragen von Sorge, Leid und Krankheit. Im Blick auf das Beispiel Jesu können Christen auch Leid für andere auf sich nehmen. Ausdruck der Buße ist auch alles, was zur Versöhnung und zum Frieden beiträgt. Werke der Nächstenliebe und des Verzichtes sind Formen der Buße.

Buße ist jedoch nicht nur eine Pflicht für einzelne Christen, sondern auch für die Kirchengemeinschaft.

Die Buße als Umkehr schuldig gewordener Menschen findet ihren sakramentalen Ausdruck im Sakrament der Beichte. Drei Elemente sind notwendig, damit in der Lossprechung durch den Priester die Versöhnung mit Gott und der Gemeinschaft der Glaubenden ausgesprochen werden kann: die Reue, das Aussprechen der Schuld im Bekenntnis und der Vorsatz, das schuldhafte Verhalten zu ändern und Schaden wieder gut zu machen.

Krankensalbung

Krankheit und damit Schmerz und Angst gehören unausweichlich zum Leben der Menschen. Gerade in schwerer und lebensbedrohender Krankheit braucht der Mensch Trost und Zuspruch und vor allem die Nähe anderer Menschen.

Das Sakrament der Krankensalbung soll den kranken Menschen in besonderer Weise mit Christus verbinden, der sich den Kranken zugewandt, sie geheilt hat und selber Schmerz und Leiden ertragen musste. Die Krankensalbung möchte die Seele des Erkrankten stärken, damit auch sein Körper wieder gesund werden kann. Vor allem aber soll sie seinen Glauben stärken, der in der Krise der Krankheit vor tiefgreifende Fragen und Zweifel gestellt ist.

Die Krankensalbung wird in einem kleinen Gottesdienst gespendet, der dort gefeiert wird, wo der Kranke sich aufhält (in seiner Wohnung oder im Krankenhaus). Wenn der Kranke das Bett nicht verlassen kann, empfängt er dort die Krankensalbung. Mit einem geweihten Öl salbt der Priester den Kranken auf der Stirn und auf den Händen. Dabei betet er: "Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes. Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf."

Die Krankensalbung soll natürlich nicht bei jeder Erkrankung gespendet werden, sondern dann, wenn jemand schwer erkrankt ist. Sie ist aber - wie alle anderen Sakramente - ein Sakrament der Lebenden, es will den Kranken keineswegs vorzeitig dem Tod überantworten. Daher mögen sich der Kranke und seine Angehörigen nicht scheuen, rechtzeitig um die Krankensalbung zu bitten. Sie will auf keinen Fall - wie früher oft gesagt - eine "letzte Ölung" sein, die vom Empfinden her einem Todesurteil gleich kommt.

Wenn die Krankensalbung gewünscht wird, wenden sich die Angehörigen oder diejenigen, die ihn betreuen, an den Pfarrer des Wohnorts des Kranken oder an das nächstgelegene Pfarramt. Telefonnummern finden sich im Telefonbuch unter "Kirchen - katholische Gemeinden". Im Krankenhaus kann oft das Pflegepersonal Kontakte vermitteln.

Weihe

Wenn jemand die sieben Sakramente aufzählt, so nennt er das Weihe-Sakrament oft "Priesterweihe". In Wirklichkeit hat dieses Sakrament jedoch drei Stufen: Diakonenweihe, Priesterweihe und Bischofsweihe - entsprechend den drei Stufen des kirchlichen Amtes. Diakone und Priester üben ihren Dienst als Mitarbeiter des Bischofs aus, der als Nachfolger der Apostel eine Ortskirche (ein Bistum bzw. Diözese) leitet. Der Kern dieses Dienstes besteht darin, im Auftrag Jesu Christi das Volk Gottes zu leiten, den Glauben zu verkünden und die Sakramente zu spenden.

Das Weihesakrament wird durch den Bischof gespendet, indem er den Weihekandidaten einzeln die Hände auf den Kopf legt. Anschließend spricht er über alle ein feierliches Weihegebet. Diese zentralen Gesten der Weihe werden ergänzt durch eine Fülle weiterer Riten (z.B. das Anlegen der entsprechenden Gewänder, die Übergabe des Evangelienbuches oder des Kelches); diese Riten unterscheiden sich je nach dem, um welche Stufe des Amtes es sich handelt. Die Weihe ist immer eingebettet in die Feier der Eucharistie.

Im Erzbistum Paderborn findet die Priesterweihe jeweils am Samstag vor dem Pfingstfest im Hohen Dom zu Paderborn, der Bischofskirche, statt. Die Männer, die sich auf die Priesterweihe vorbereiten, werden für gewöhnlich an einem der Sonntage nach Pfingsten zu Diakonen geweiht. Diese Weihe wird reihum in einer der sieben Seelsorgeregionen des Erzbistums gefeiert.

Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) hat den Diakonat als eigenständigen Dienst in der Kirche neu entdeckt. Darum gibt es im Erzbistum Paderborn neben den Diakonen, die diesen Dienst nur für gut ein Jahr ausüben, weil sie dann zu Priestern geweiht werden, auch mehr als hundert sogenannte "Ständige Diakone", Männer mit einem Zivilberuf und in der Regel verheiratet. Sie üben den Dienst des Diakons nebenberuflich in ihrer Kirchengemeinde aus.

Ehe

Durch das Ja-Wort, in dem sich die Brautleute gegenseitig schenken, werden sie in besonderer Weise in den Bund Gottes mit den Menschen hinein genommen. Daher ist für katholische Christen die Ehe unter Getauften ein Sakrament: ein Zeichen für die Liebe Gottes und gleichzeitig ein konkreter Weg, auf dem uns Gott seine Liebe schenkt und sie erfahrbar machen will. Als Abbild des Ja, das Gott zu den Menschen sagt, hat das JA-Wort der Eheleute drei Dimensionen:

* Einheit: Ehe ist ein Bund mit einem Partner, der alle Lebensbereiche umfasst;
* Fruchtbarkeit: Die Liebe der Eheleute wird fruchtbar und ist offen für neues Leben;
* Unauflöslichkeit: Die Liebe drückt sich aus in Treue ohne Wenn und Aber.

Paare, die kirchlich heiraten wollen, wenden sich möglichst zeitig an den Pfarrer der Gemeinde, in der sie wohnen. Wohnen die Partner in unterschiedlichen Pfarrge­meinden, so steht es ihnen frei, an welchen der beiden Pfarrer sie sich wenden.

Der Pfarrer klärt mit den Brautleuten, ob die rechtlichen Voraussetzungen gegeben sind, um eine gültige Ehe eingehen zu können. Mit ihm werden auch Termin und Details der kirchlichen Trauung vereinbart. Wenn die Trauung außerhalb der Wohn­ortgemeinde stattfinden soll, kümmert sich der Heimatpfarrer um die nötige "Überweisung".

Zur Vorbereitung auf die Ehe und die kirchliche Trauung empfiehlt es sich, an einem kirchlichen "Ehevorbereitungskurs" teilzunehmen. Diese Kurse, die meistens an einem Wochenende stattfinden, wollen Anregungen für ein partnerschaftliches und beglückendes Miteinander in Ehe und Familie geben. Gleichzeitig wollen sie auf die Feier der Trauung vorbereiten, die Symbole und Texte der Liturgie erschließen und Anregungen für die Mitgestaltung der Feier vermitteln.

Weitere Informationen, Linktipps und Material zum Thema insgesamt erhalten sie in der Rubrik Ehe

 

Quelle: Internetseite Pastorale Informationen des Erzbistums Paderborn - Sakramente.