Das spirituelle Trauertreffen ist zu einem festen und geschätzten Angebot geworden – für Menschen aus Wenden und darüber hinaus. Es gilt allen, unabhängig von Konfession oder Nationalität. Denn in der Trauer sind wir alle gleich.
Die Anfänge – ein Herzensanliegen wird Wirklichkeit
Seinen Anfang nahm dieses besondere Angebot im Herbst 2006. Unter der Schirmherrschaft des damaligen Pfarrers Heiner Diehl entstand auf Initiative von Brigitte Knott (†) und der Trauerbegleiterin Heike Schürmann, sowie engagierten ehrenamtlichen Hospizhelferinnen das erste „Trauercafé“. Die Intention war klar und zugleich zutiefst menschlich: Trauernden aus der Gemeinde einen Ort, einen geschützten Raum und gemeinsame Zeit zu schenken – Zeit für das Gedenken an ihre Verstorbenen, Zeit für Austausch, Zeit für Gemeinschaft.
Aus dem „Trauercafé“ entwickelte sich später die „Lichtblick-Andacht mit Lebenscafé“ – ein Name, der bis heute ausdrückt, worum es geht:
in dunklen Zeiten kleine Lichtblicke zu entdecken.
Das ehrenamtliche Team – Begleitung mit Herz
Von den Gründungsmitgliedern sind Anneliese Arns und Regina Bongers bis heute aktiv im Team engagiert. Seit 2013 ergänzt Martina Alscher von der evangelischen Kirchengemeinde das ökumenische, ehrenamtliche Team. Darüber hinaus gehören Petra Alterauge, Rita Lörler, Maria Hillgemann, Annemarie Becker, Annette Wurm, Angelika Theile und Magdalene Junge dazu. Mit viel Einfühlungsvermögen, Erfahrung und Herz begleiten sie Trauernde ein Stück auf ihrem persönlichen Weg.
Monatliche Treffen – Raum für Erinnerung und Hoffnung
Die Treffen finden an jedem ersten Montag im Monat statt und beginnen um 14.30 Uhr. Meistens kommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Pfarrheim Wenden zusammen, manchmal auch im evangelischen Gemeindezentrum, im Zirkuszelt auf der Pfarrheimwiese oder auf dem Gelände vor der Dörnschlade-Kapelle. Rund 40 Personen nehmen regelmäßig teil, bei besonderen Veranstaltungen sind es über 80.
Im Mittelpunkt steht eine ökumenische Lichtblick-Andacht. Meditative Elemente, einfühlsame Impulstexte, moderne Lieder – begleitet von Gitarrenmusik – sowie feste Rituale geben der Trauer Ausdruck. Sie schenken Mut, neue Kraft und Zuversicht. Leitgedanken begleiten durch das Jahr und sprechen Betroffene in ihren jeweiligen Lebenssituationen an. Sie helfen, neue Perspektiven zu entdecken und trotz aller Verluste mutvoll in die Zukunft zu schauen.
Trauer gemeinsam tragen
Nach dem Tod eines geliebten Menschen geht das Leben anders weiter. Viele Betroffene fühlen sich mit ihrer Trauer und ihren Fragen allein gelassen. Manchmal drohen sie zu zerbrechen oder sich zurückzuziehen. Doch Trauer braucht Zeit – und jeder Mensch geht seinen ganz eigenen Weg. Gespräche mit anderen Betroffenen können dabei eine große Hilfe sein. Gemeinsam erinnert man sich, teilt gute Erinnerungen, entdeckt Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit und lernt, die Begrenztheit und Vergänglichkeit des Lebens anzunehmen. So wird Lebenszeit wieder als kostbares Geschenk erfahrbar.
Neben den monatlichen Treffen besteht auch die Möglichkeit zu Trauer-Einzelgesprächen nach vorheriger Absprache mit der Trauerbegleiterin.
Im Anschluss an jede Lichtblick-Andacht sind alle zu Kaffee und Gebäck eingeladen. In vertrauter Runde entstehen Gespräche, neue Kontakte und manchmal auch Freundschaften – getragen von gegenseitigem Verständnis.
Einmal im Jahr findet zudem ein besonderer Nachmittag der Begegnung mit einem speziellen Thema statt. In den letzten drei Jahren gestaltete Pastor Markus Püttmann diese Nachmittage, die jeweils rund 80 Besucherinnen und Besucher anzogen – ebenso wie Veranstaltungen an der Dörnschlade mit Pater Norbert.
Dank und Ausblick
Das spirituelle Trauertreffen ist heute ein unverzichtbares Angebot auf einem wichtigen pastoralen Feld unserer Gemeinde. Es schenkt Trost, Gemeinschaft und Hoffnung – und es zeigt, wie wertvoll ehrenamtliches Engagement ist.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die dieses Trauertreffen unterstützen – ganz besonders dem engagierten ehrenamtlichen Team, das mit großer Hingabe und Beständigkeit diesen Dienst versieht.
Weitere Informationen erhalten Sie bei Martina Alscher (Tel. 02762/ 98 89 58) sowie bei der Trauerbegleiterin (BVT) Regina Bongers (Tel. 02762 / 92 94 20).
Möge dieser Ort auch in Zukunft vielen Menschen Lichtblicke schenken – gerade dann, wenn das Leben dunkel erscheint.
Regina Bongers